Walther-Engel-Preis - für eine bessere Zahnheilkunde

2012

Die Quellen:

Bericht aus dem Zahnärzteblatt Baden-Württemberg Ausgabe 5/2012, S. 30-32

„Entscheidend für seine Arbeit waren neben dem wissenschaftlichen Impetus die Versorgungsprobleme der alten Patienten, die ihm am Herzen liegen. Dr. Ludwig zeigte, wie praktikable und effiziente Lösungen zu einer spürbaren Verbesserung der zahnärztlichen Betreuung führen können.“

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Pressebericht Die ZahnarztWoche DZW 09 Ausgabe17/2012

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Dr. Elmar Ludwig - Alterszahnheilkunde braucht Aufmerksamkeit

von Dr. Elmar Ludwig
Laudatio von Dr. Udo Lenke (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Ein kleines Grußwort

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, zunächst einmal möchte ich Professor Winfried Walther und seinem Team ganz herzlich zu dem besonderen Jubiläum in neuen und bereits bewährten Räumlichkeiten gratulieren.

Die Festschrift ist eine wunderbare Idee, nachhaltig zurückzublicken und zu sehen, ja zu staunen, wie viele Menschen mit ihrem Engagement und Einsatz ermöglicht haben, dass die Akademie für Zahnärztliche Fortbildung in Karlsruhe eine solche Erfolgsgeschichte nehmen konnte.

Was möchte ich zum Jubiläum beitragen?

Während meiner Assistenzzeit am Universitätsklinikum Ulm absolvierte ich die verschiedene Curricula an der Akademie – damals noch unter der Leitung von Professor Michael Heners. Diese Fortbildungswochenenden waren jedes Mal ein Erlebnis und zugleich ein toller kollegialer Austausch. Daneben habe ich mich an der Universität mit verschiedenen anderen Themen beschäftigt und über die Jahre kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus. Zum einen eine zahnärztliche Sprechstunde für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren, die ich heute in unserer Gemeinschaftspraxis fortführe. Zum anderen die Alterszahnheilkunde.

Gemeinsam mit dem Kollegen und Freund Dr. Horst Gebhardt sowie seiner Lebensgefährtin Dorothea Kleinknecht als Expertin der Pflege haben wir im Juli 2005 einen Arbeitskreis in Ulm gegründet. Schon von Anfang an waren zehn weitere niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Kollegin Dr. Sabine Henrich vom Öffentlichen Gesundheitsdienst und Daniela Wild als Pflegedienstleiterin einer stationären Pflegeeinrichtung dabei.

Wie kann vor Ort die Mundgesundheit von Menschen mit Unterstützungsbedarf verbessert werden – das war die zentrale Frage. Kurze Zeit später ergab sich der erste Kontakt mit Dr. Bernhard Jäger und dem Arbeitskreis Alterszahnheilkunde und Behindertenbehandlung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg. Bernhard Jäger spürte unsere Energie und unseren Drang voranzukommen. Er hat uns und er hat mich von Anfang an sehr gefördert – dafür bin und bleibe ich ihm immer dankbar. So ging es dann Schlag auf Schlag. Und heute? Heute ist Baden-Württemberg Schrittmacher für Deutschland in der Alters- und Behindertenzahnheilkunde. Für die Behindertenzahnheilkunde ist dies übrigens das Verdienst von Dr. Guido Elsäßer, dem Referenten für Behindertenzahnheilkunde der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, der sich als Zahnarzt mit großer Expertise auf diesem Gebiet wie kein zweiter für die zahnärztlichen Belange von Menschen mit Behinderung engagiert.

Was hat das alles mit der Akademie zu tun?

Professor Winfried Walther hat mich im Jahr 2008 bei einer Kreisfortbildung in Karlsruhe erlebt. Kurze Zeit später hatte er die Idee, an der Akademie mit mir einen CPD-Kurs zur Alterszahnheilkunde einzuführen und er hatte dabei den Zahnarzt Ulrich Pauls, M.A. aus Ahaus als Moderator im Blick. Ulrich Pauls ist nicht nur ein Zahnarzt aus Leidenschaft, sondern auch ein grandioser Systematiker und Software-Programmierer. So entstand im Zuge dieses CPD-Kurses ein Computer-Programm, das inzwischen in ganz Deutschland von Zahnärztinnen und Zahnärzten genutzt wird.

Das MIZ-Programm ermöglicht auf einfache Weise, nahezu alle gängigen Medikamente, schnell zu erfassen und übersichtlich auf Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen hinzuweisen, die für uns in der Zahnmedizin relevant sind. Diese Software ist einzigartig und dafür gebührt Kollege Pauls große Anerkennung und unser aller Respekt – ohne die Akademie wäre dieses Programm nicht entstanden.

Karlsruher Konferenz 2012 (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Alterszahnheilkunde braucht Aufmerksamkeit

Professor Walther hat zudem erkannt, dass das Thema Alterszahnheilkunde mehr Aufmerksamkeit braucht. Mit dem Walther-Engel-Preis im Jahr 2012 hat er dem Thema Aufmerksamkeit geschenkt und mir die Möglichkeit eröffnet, auf Entdeckungsreise zu gehen. Zu dieser Zeit war die Alterszahnheilkunde noch ein Stochern im Nebel. Was geht? Was geht nicht? Womit helfen wir? Womit schaden wir eher? Kann der Praxisalltag mit der Alterszahnheilkunde als einer Säule der Versorgung gelingen? Oder kann dies nur durch Spezialisten geschehen?

Ein Bericht zum Auslandsaufenthalt des Preisträgers (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Mein Erfahrungsbericht

So nutzte ich das Preisgeld, um mir bundesweit und in der Schweiz insgesamt neun verschiedene Konzepte – meist niedergelassener Kolleginnen und Kollegen – näher anzuschauen, die jeweiligen Strukturen herauszuarbeiten und die vielen guten Ideen zusammenzufassen.

Am Karlsruher Abend im Jahr 2013 durfte ich von meinen Erfahrungen berichten und die Ergebnisse habe ich unter anderem in der Zeitschrift für Seniorenzahnmedizin veröffentlicht. Die Menschen, die ich besucht habe, fallen alle durch eine hohe soziale Kompetenz auf. Vor allem aber sind es freiberuflich tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte, die ihre ärztliche und unternehmerische Verantwortung wahrnehmen, indem sie auf die demografischen Veränderungen in ihrer Region reagieren und so ihre Praxis auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Meinen Bericht habe ich damals geschlossen mit den Worten:

„Wir freuen uns über Zuschläge für den erhöhten Aufwand in der zugehenden zahnärztlichen Versorgung von Menschen mit Unterstützungsbedarf. Unsere zentrale Forderung bleibt aber weiterhin die Einführung präventiver Maßnahmen für diese Menschen und zwar unabhängig davon, ob diese Menschen aufgesucht werden müssen oder in die Praxis kommen können. Verbesserung der Pflegekompetenz und zahnärztliche Betreuung mit Augenmaß – nur so kann es gelingen, die Mundgesundheit der Betroffenen zu erhalten und zu verbessern.“

Ausblick

Es freut mich heute sehr feststellen zu dürfen, dass seit Juli 2018 für gesetzlich Versicherte mit Pflegegrad oder Eingliederungshilfe präventionsorientierte Leistungen erbracht und abgerechnet werden können – in der Pflegeeinrichtung, in der Häuslichkeit oder in der Praxis. Wir sind noch lange nicht am Ende des Weges angekommen, aber die Akademie für Zahnärztliche Fortbildung in Karlsruhe hat wichtige Impulse gegeben, um auf diesem Weg ein gutes Stück weiter voranzukommen. Dazu von meiner Seite vielen herzlichen Dank!

Die Akademie für Zahnärztliche Fortbildung in Karlsruhe wird auch weiterhin wichtige Impulse für die zukünftigen Herausforderungen geben – nicht nur im Hinblick auf die Alterszahnheilkunde sondern für die zahnärztliche Profession insgesamt. Dafür wünsche ich Privatdozent Daniel Hellmann und dem gesamten Team der Akademie alles Gute und immer ein glückliche Hand.

Dr. Elmar Ludwig, Zeitzeuge, Wegbegleiter & Walther-Engel-Preisträger 2012

 

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