Forschen für eine bessere Versorgung

2006-2018

Dem Misserfolg auf der Spur - eine ethische Verpflichtung

von Dr. Dr. Mike Jacob, M.A.

Die Frage, warum eine zahnärztliche Behandlung scheiterte, wäre noch vor 20 oder mehr Jahren leicht zu beantworten gewesen: der Kronenrand schließt nicht optimal, der Zahnersatz wurde unter Spannung eingesetzt oder okklusal ist ein zumindest kleiner Frühkontakt zu finden. De Heute ist ein problematischer Fallverlauf nicht mehr mit handwerklichen Größen allein zu erklären. Zahnmedizin ist schwieriger und komplexer geworden – oder besser gesagt: das Verständnis von der Interaktion zwischen Zahnarzt und Patient ist vollständig geworden. Möglich wurde dies insbesondere durch die innovative Zusammenarbeit zwischen der Zahnärztlichen Akademie für Fortbildung und der Otto-von-Guericke-Universität, die mit dem Erlernen qualitativer Forschungsmethoden insbesondere auch für zahnmedizinische Praktiker einhergeht.

Die Quellen:

Abstract der Publikation „Double Bind in Dentistry – Frühindikatoren psychogener Zahnersatzunverträglichkeit“ in der Deutschen Zahnärztliche Zeitschrift 2008; 93(3): S. 175-180

„Schwierige Patientenbeziehungen sind charakterisiert durch eine Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient und stellen eine Belastung sowohl des Behandlers wie des gesamten Praxisteams dar. Obwohl sie ein großes Problem der zahnärztlichen Berufsausübung darstellen, ist eine empirische Bearbeitung dieses Phänomens kaum zu finden. [...] Unter Anwendung qualitativer sozialwissenschaftlicher Methoden wird gezeigt, wie bereits vor Behandlungsbeginn eine Störung in der Interaktion zwischen Patient und Behandlungsteam (Double Bind) eintritt.“

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Abstract der Publikation „Ethisches Handeln in der Berufspraxis: Das Triadengespräch als Methode des Lernens aus Misserfolgen“ in der Zeitschrift Ethik in der Medizin 2017; 29(1): S. 53-70

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Abstract der Publikation „Bedeutung einer institutionell explizierten Ethik im zahnmedizinisch professionellen Kontext“ in der Zeitschrift Ethik in der Medizin 2018; 30(1): S. 21-37

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2007-2020

Priv.-Doz. Dr. Michael Korsch, M.A. berichtet aus Wissenschaft und Lehre

von Dr. Dr. Hans Ulrich Brauer, M.A.

Priv.-Doz. Dr. Michael Korsch ist als leitender Zahnarzt für Oralchirurgie an der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe seit 2009  tätig. In einem Interview erzählt er uns von seiner Habilitation an der Universität Homburg. Er berichtet von neuen wissenschaftlichen Fragestellungen, die ihn momentan beschäftigen. Neben seiner Tätigkeit in der eigenen oralchirurgischen Überweisungspraxis in Heidelberg, vermittelt er seit einigen Jahren praktisches Wissen in dem Kurs "Implantatsimulator."
Ein Video dazu zeigt Eindrücke von diesem interessanten und sehr praktisch orientierten Kursformat.

Die Quellen:

Abstract der Publikation „Cement-associated peri-implantitis: a retrospective clinical observational study of fixed implant-supported restorations using a methacrylate cement“
Clin Oral Implants Res 2014; 25: 797-802.

„Excess cement left in the implant-mucosal interface caused bleeding on probing in most cases and suppuration in some. The removal of excess cement after cementation should be given high priority. In this retrospective observational study, an unusually high number of implants with excess cement after cementation was found with the methacrylate cement applied in the study.“

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Abstract der Publikation „Impact of dental cement on the peri-implant biofilm-microbial comparison of two different cements in an in vivo observational study“
Clin Implant Dent Relat Res 2018; 20: 806-813.

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Ein praktischer Kurs, der die Angst vor dem Implantieren nimmt.

Video öffnen (YouTube)

2008-2016

Postgraduale Weiterbildung im Fokus – Qualität statt Quantität

von Dr. Dr. Simone Ulbricht, M.A.

Die Akademie für Zahnärztliche Fortbildung gilt im Bereich der Zahnmedizin als eines der ältesten Fortbildungsinstitute Deutschlands. Dementsprechend hat deren Fort- und Weiterbildung neben der poliklinischen Behandlung einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2004 wurde der postgraduale Masterstudiengang „Integrated Practice in Dentistry“ ins Leben gerufen. Er steht für die Verschränkung von wissenschaftlichem sowie erfahrungsbasierten Wissen und richtet sich vor allem an den Generalisten. Durch das Einwirken von zahnmedizinischen als auch humanwissenschaftlichen Komponenten soll ein interdisziplinärer Reflexions- und Handlungsraum zur fortschreitenden Professionsentwicklung geboten werden. Doch was bewirkt eigentlich ein derartiges Langzeitlernprogramm bei den  Absolventen? Lassen sich im Alltag Handlungsroutinen oder Verhaltensweisen identifizieren, welche beispielsweise auf den Masterstudiengang zurückzuführen sind? In mehreren wissenschaftlichen Projekten wurde der Frage nach der Wirksamkeit postgradualer Weiterbildung auf die Spur gegangen und dabei Methoden der Humanwissenschaften angewendet, um mit Hilfe eines qualitativen Ansatzes darzulegen, welcher Wandel in der Berufsausübung sowie dem Rollen- und Selbstverständnis ausgelöst wird, wenn ein Zahnarzt einen Masterstudiengang bzw. eine Weiterbildung absolviert. 

Die Quellen:

Übersichtliche Darstellung der zentralen Erkenntnisse der Masterarbeit „Die Wirksamkeit des Masterstudiengangs Integrated Practice in Dentistry – empirische Rekonstruktion von Lernerfahrungen entlang der Ziel von CPD“

„Die hier angewandte Methodik kann die Ergebnisse eines postgradualen Langzeitlernprogramms evaluieren und sich gleichzeitig auf die alltäglichen Anforderungen der Teilnehmer beziehen. Es gelingt die wachsenden Kompetenzen der Zahnärzte detailliert, schlüssig und in allen Dimensionen der beruflichen und privaten Entwicklung zu präsentieren. Außerdem kamen verborgene Lerndimensionen (Persönlichkeit, professionelles Umfeld) explizit zum Vorschein, die auf die Nachhaltigkeit dieses Lernansatzes verweisen.

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Übersichtliche Darstellung der ersten Ergebnisse aus dem Dissertationsprojekt „Postgraduale Weiterbildung im Sinne reflexiver professioneller Entwicklung“ – Teilbereich Wirkungsfelder.

„In der Zahnmedizin existieren zahlreiche Weiterbildungsprogramme, die eine fachliche Ausrichtung bzw. zeitgemäße Professionalisierung des Zahnarztes zum Ziel haben. Die Weiterbildungsanbieter verfolgen mit ihren Formaten spezifische Intentionen, die sie nach außen kommunizieren, um Interesse zu wecken. Wie jedoch die Teilnehmer ihre Weiterbildung erleben und was sie davon langfristig im Praxisalltag umsetzen, ist oft nicht bekannt und nur mit großem Aufwand zu erheben.“  

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2011-2013

Die Nachwuchsakademie - Versorgungsforschung in Baden-Württemberg

von Dr. Andreas Bartols, M.A.

Im Jahr 2011 wurde eine Studie zur Versorgungsforschung durch die Akademie durchgeführt, in der die endodontische Therapie unter Praxisbedingungen untersucht wurde. Für die Studie wurden niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte rekrutiert und ein projektbezogenes Forschungsnetzwerk gebildet. Auf die Art wurde erstmals in Deutschland technologischer Fortschritt in der Versorgung von Patienten mit endodontischem Behandlungsbedarf unter Routinebedingungen beobachtet. Die Studie wurde im Rahmen der Nachwuchsakademie Versorgungsforschung Baden-Württemberg gefördert.

Die Quellen:

Publikation von Bartols et al. „Multiple-file vs. single-file endodontics indental practice: a study in routine care“
PeerJ 2016; 4: e2765.

„This multicenter study was performed to compare theoutcome of multiple-file (MF) and single-file (SF) systems for primary root canaltreatment under conditions of general dental practice regarding reduction of pain witha visual analogue scale (VAS 100), improvement of oral-health-related quality of life(OHRQoL) with the german short version of the oral health impact profile (OHIP-G-14) and the speed of root canal preparation.“

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