Alumni - Fortbildung und Selbstbewusstsein

2007

Die Quellen:

Die erste Satzung des Masternetzwerks Integrated Dentistry e.V. vom 03. März 2007

„Der Verein ist eine Vereinigung von Absolventen und Dozenten des Masterstudienganges „Master of Arts - Integrated Dentistry“ der „Otto-von-Guericke-Universität-Magdeburg" und der „Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe".
Vereinszweck ist die Unterstützung und die Weiterentwicklung des Studienganges, seine gesellschaftliche und wissenschaftliche Implementierung und die Förderung und Verbreitung der in dem Studiengang gewonnenen Erkenntnisse.
Überdies soll die zahnärztliche Profession, im Besonderen in der freiberuflich niedergelassenen Praxis, weiterentwickelt werden, evidenzbasierte wissenschaftliche Erkenntnisse einzuführen und eine Steigerung praxisrelevanter Qualität zu ermöglichen.“

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Gründungsprotokoll des Master-Network Integrated Dentistry e.V. vom 03. März 2007

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Erstes Rundschreiben vom 10. Juli 2007

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Gründung des Masternetzwerks - im Gespräch mit Dr. Dragan Razmilic, Dr. Dr. Mike Jacob und Prof. Dr. Winfried Walther

von Dr. Dr. Hans Ulrich Brauer, M.A.
Die Gründungsmitglieder (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Die Absolventen des ersten Matrikels (2004-2006) des Masterstudiengangs Integrated Practice in Dentistry gründen eine Alumni-Vereinigung. Anfang März 2007 ist es schließlich soweit. Das Master-Network Integrated Dentistry e.V. erblickt das Licht der Welt und wartet auf Aufgaben.

In einer Videokonferenz erinnern sich die beiden Netzwerker Dr. Dragan Razmilic, M.A. und Dr. Dr. Mike Jacob, M.A. sowie Prof. Dr. Winfried Walther an diese spannende Anfangszeit.

Dr. Martin Honig, M.A. und die beiden Professoren Dr. Michael Dick und Dr. Wilfried Marotzki in der Bibliothek (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Viele Fahrten vom Saarland nach Karlsruhe und Magdeburg

Akademie: Die Gründung des Masternetzwerkes Integrated Dentistry e.V. war am 03. März 2007. Wie kam es dazu?

Dr. Dr. Jacob: Es war so: Dr. Martin Honig war gerade was berufsständige Ideen betrifft, sehr stark vorgeprägt, etwa durch sein Engagement in der Verbandspolitik und er war schon früh als Gutachter tätig. Damit hat er früh in seiner Berufstätigkeit angefangen, über den eigenen Tellerrand seiner Praxistätigkeit hinauszuschauen. Ich bin immer mit ihm nach Karlsruhe zum Masterstudium Integrated Dentistry gefahren. Wir haben durch die Inspiration - gerade auch aus Magdeburg - über den Berufsstand philosophiert. Wir haben Gedanken aufgegriffen von Professor Marotzki, Professor Heners, Professor Walther und Professor Dick, und haben diese weiterentwickelt bzw. an die Praxis angepasst. Wir haben versucht diese runter zu brechen auf die praktischen Bedürfnisse. Als dann die eigene Masterarbeit gegen Ende des Studiums in trockenen Tüchern war und wir uns nicht mehr so viel Gedanken um das Studium selbst machen mussten, da haben wir uns immer intensiver darüber unterhalten, wie wir das Ganze fortführen können.

Akademie: Okay, wie ging es weiter?

Dr. Dr. Jacob: Für uns war definitiv klar, dass es nicht sein kann, dass nach diesen zwei Jahren jeder wieder in seine Praxis geht und dann wieder alleine für sich „rumbastelt“. Das wir dieses Pfund, das was wir im Studiengang erarbeitet haben und aber auch das Pfund, das sich in der Gemeinschaft entwickelt hatte, das man dies strukturiert fortführen muss, weil so ein lockerer Bund, da waren wir der festen Überzeugung, der würde doch sehr schnell zerfallen. Tatsache ist, dass von der Strömung, die im ersten Matrikel drin war, sicherlich zunächst die Tendenz für einen lockeren Verbund vorgeherrscht hatte.

Erste Treffen als Vorbereitung

Dr. Dr. Jacob: In der Folge hatten wir einen Brief geschrieben. Wir sind an die Befürworter unserer Idee herangetreten waren. Dieser Brief datiert von Juli 2006. Er ist am 25. August 2006 abgespeichert - ein Brief über unsere Gedanken. Den Brief haben dann insgesamt acht Leute mitunterschrieben. Rausgeschickt haben wir den dann an alle anderen. Dann gab es das erste Beratungstreffen. Das war am 11. November 2006 im Hörsaal 2 der Akademie in der Sophienstraße. Da haben wir die ganze Sache beraten. Ich habe keine Teilnehmerliste mehr. Dragan, Jörg und Edith waren jedenfalls dabei.

Dr. Razmilic: Von diesem Treffen habe ich noch ein protokolliertes Blitzlicht mit Plus und Minus gefunden. Da haben wir uns über den Studiengang ausgetauscht. Das Protokoll habe ich damals geschrieben.

Dr. Dr. Jacob: Ja genau, ich lese hier gerade, wir haben am 11. November 2006 einen Ausschuss gegründet zur Vorbereitung und zur Gründung des Vereins. Das waren Jörg, Edith, Dragan und ich. Der Termin zur Gründung des Vereins wurde auf den 03. März 2007 festgelegt.

Akademie: Das passt, von diesem Datum habe ich die Vereinssatzung vorliegen.

Die Gründung des Masternetzwerkes in der Bibliothek der Zahnärztlichen Akademie (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Gestärkt von der QM-Messe in Saarbrücken

Dr. Dr. Jacob: Ich halte eines noch für ganz zentral, zumindest, wenn das Ergebnis dieses Treffens anders gelautet hätte. Es gab eine QM-Messe in Saarbrücken in der Saarlandhalle, da war auch Professor Walther dabei. Er hatte einen Vortrag gehalten.

Prof. Walther: In meiner Erinnerung ist das der erste Moment, in dem ich von dem Netzwerk erfahren habe. Und das waren der Martin Honig und Du.

Dr. Dr. Jacob: Ja, da hatten wir auf der Wendeltreppe hoch zum Eislaufstadium gesessen und haben eine ¾ Stunde über das Thema gesprochen. Wir hatten versucht, dich für das Projekt zu gewinnen. Und deine Reaktion war auch sehr konstruktiv und positiv. Das war für uns wichtig, dass wir Rückhalt hatten.

Prof. Walther: Haben wir das genaue Datum?

Dr. Dr. Jacob: Das muss kurz vor dem 24. Juli 2006 gewesen sein. Das Datum steht hier auf dem Schreiben.

Prof. Walther: An das Treffen kann ich mich sehr gut erinnern. Alles Weitere fällt ja dann in die dramatischste Zeit, die die Akademie überhaupt je erlebt hat: Der unvorhergesehene Tod von Professor Michael Heners. Und da ist ein gewisses Loch – das Nächste was ich wieder bewusst weiß, ist die Versammlung, die Dr. Jörg Augenstein geleitet hat in der Bibliothek in der Akademie. Erinnern kann ich mich an die Eröffnung von euch beiden. Das habe ich unmittelbar als großen Gewinn empfunden. Das war zunächst was sehr Neues. Schön, gut und ich war doch sehr froh, dass das gemeinsame Erlebnis des Masterstudiengangs ganz offensichtlich Früchte getragen hat.

Dr. Dr. Mike Jacob und Dr. Dragan Razmilic (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Offene Kollegialität als Grundvoraussetzung

Dr. Razmilic: Bei dem Masterstudiengang waren am Anfang 30 Personen dabei gewesen waren. Die meisten von uns waren doch schon erfahrene Zahnärzte gewesen. Überrascht hat mich diese offene Kollegialität und vor allem die offenen, kollegialen Gespräche, die dazu geführt haben, dass ein gewisser gemeinsamer Tenor von Anfang an da war und dies die meisten begeistert hat. Ich für meine Person muss einfach sagen, dass man ohne irgendwelche Sorgen zu haben, was der andere denkt oder sagt, man über fachliche Dinge sprechen konnte. Das war mir bis dato unbekannt.

Akademie: Ich verstehe was Du meinst.

Dr. Razmilic: Ich habe auch gestern den Jörg Augenstein angerufen und ihm gesagt, dass wir dieses Gespräch haben, ich habe ihn auch gefragt, ob er etwas über die Gründung des Netzwerkes sagen kann. Und er hat gesagt, dass er am Anfang bei dem ersten Treffen komplett dagegen war das Ganze weiterzuführen, aber als er dann gemerkt hat welcher Zusammenhalt besteht und wie gut man sich menschlich versteht, hat er komplett seine Meinung geändert. Und er war auch derjenige, das muss man ganz klar sagen, der die Satzung geschrieben hat. Diese Satzung wurde von uns bearbeitet, also viel geändert haben wir nicht, wir haben eher Dinge ergänzt. MEINE FORTBILDUNGSAKADEMIE - EIN BERICHT VON DR. JÖRG AUGENSTEIN, M.A.

Akademie: Okay, was zum Beispiel?

Dr. Razmilic: Am Anfang war vor allem die Frage des Namens zentral, wie man das Netzwerk nennt. Aber darauf hat man sich sehr schnell verständigt. Am Anfang hatte man auch die Idee sich am AZT zu orientieren. DER AZT UND SEINE METHODEN

Ulrich Pauls, M.A. und Dr. Dragan Razmilic, M.A. im Jahr 2007 (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Grandiose Leistung des Masternetzwerks

Prof. Walther: Wenn wir sehen was entstanden ist, alleine bei der Betreuung der Herbstkonferenz, die ganzen Projekte, das ist eine grandiose Leistung dieser Vereinigung, die ist dokumentiert, die ist jetzt über viele Jahre gelaufen. Dies wäre bei einem losen Zusammenschluss so nicht zustande gekommen. Mit dem Namen gab es übrigens eine Kampfabstimmung (lacht). Das Ergebnis war: Master-Network Integrated Dentistry e.V. und dann wurde es nochmals diskutiert und dann hat Jörg Augenstein ein Machtwort gesprochen aus seiner jahrelangen Bürgerverein-Erfahrung: „Abgestimmt ist abgestimmt.“ (lacht) Da hat sich der Routinier gezeigt. Das hat das Netzwerk auch ein bisschen geprägt.

Dr. Razmilic: Ulrich Pauls war auch wichtig. Es gab eine Reihe von Personen, die am Anfang besonders wichtig waren. Das Treffen, das der Mike im Saarland organisiert hat, und dann ein Jahr später das Treffen in Magdeburg, organisiert von Sybille Preuß, das waren für mich absolute Highlights. Es ist immer wieder toll, wenn man sich trifft, aber es ist natürlich auch mit großen Hürden verbunden, weil derjenige der wie der Michael Seitz bei dem letzten Treffen, der hat natürlich auch unglaublich viel damit zu tun. Ich möchte es nicht missen. Es ist natürlich auch eine sehr große Gruppe, mit über 100 Leuten.

Prof. Dr. Michael Dick beim ersten Treffen des Masternetzwerks im Saarland (Quelle: Dr. Dragan Razmilic, M.A.)

Netzwerk besitzt von Anfang an eine Eigendynamik

Akademie: Mike, was war Dein Highlight? Ich war im Saarland auch dabei, das kann ich bestätigen, dass das ein tolles Event war. Was würdest Du denn herausstreichen?

Dr. Dr. Jacob: (überlegt) Das ist schwierig, das auf singuläre Treffen oder Events zurückzustutzen. Ich glaube wirklich das Besondere an diesem Verein ist unter dem Strich die Eigendynamik, die dieser über Jahre seiner Existenz genommen hat. Er hat sich als flexibel erwiesen, konstruktiv und hat sich in eine positive Richtung entwickelt. Mein Highlight ist seine Lebendigkeit, sein Eigenleben, die dieser Verein von Anfang an entwickelt hat und immer wieder versucht hat, die Möglichkeiten, die sich geboten haben, auszunutzen und sich zu präsentieren, um zu zeigen, dass die Idee, die hinter dem Ganzen gesteckt hat, funktioniert. Das berührt mich eigentlich am Meisten.

Akademie: Okay, das verstehe ich.

Dr. Dr. Jacob: Man muss wirklich mal überlegen, was der Verein alles auf die Beine gestellt haben, mit den ersten Treffen, dann die Idee von Professor Walther die Verbindung mit der Kammer zu einem riesigen Event der Herbstkonferenz umzufunktionieren. Das erste Treffen war in Ettlingen und schon im nächsten Jahr dann in Baden-Baden. Die eigenen Treffen, die wir nur für uns organisiert haben, da waren schon ein paar Dinge dabei, die nicht nur wissenschaftlich und in der Sache interessant waren, sondern schon auch Highlights im persönlichen und privaten Leben. Dies hätte es ohne den Verein einfach nicht gegeben.

Auftritt vor der Öffentlichtkeit

Prof. Walther: Für die Akademie war es schön, dass man sich um den Verein nicht groß kümmern musste (lacht).

Akademie: Was macht das Netzwerk aus?

Prof. Walther: Was für mich der Verein ausgemacht hat, das war der selbstverantwortete Auftritt vor der Öffentlichkeit. DIE ERSTE HERBSTKONFERENZ

Das hat jetzt jahrelang wunderbar funktioniert. Diese Aufgabe ist doch sehr organisch übernommen worden, ohne dass da groß lamentiert wurde, wollen wir das oder wollen wir das nicht, das war einfach klar, das wird gemacht und dann ging das los. Unvergesslich sind das Theaterspiel bei der Herbstkonferenz, wie da gespielt wurde. Das waren Dinge, die episodisch reich waren.

Akademie: Vielen Dank für Euren Bericht und natürlich auch für den Einsatz für unser Masternetzwerk.

 

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