Der Karlsruher Vortrag

2020

Die Quellen:

Die Einladung zum Karlsruher Vortrag 2020

„Was das Bundesverfassungsgericht betrifft, so liegt große Verantwortung hierfür jetzt in den Händen von Stephan Harbarth, der auch die Gefährdung der demokratischen Grundordnung in unserem Land im Auge haben muss. Was uns zusammen hält – das verlangt täglich unsere Aufmerksamkeit und unseren Einsatz.“

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Bericht von Martin Ferber in den Badischen Neuesten Nachrichten vom 6. November 2020

Mit freundlicher Genehmigung der Badischen Neuesten Nachrichten

„Ausführlich beschäftigte sich Harbarth mit den zentralen Stützpfeilern Föderalismus, Rechtsstaatlichkeit und Sozialstaatsprinzip, die unter der „Ewigkeitsklausel“ des Grundgesetzes stehen und niemals außer Kraft gesetzt werden könnten. Dem Recht komme dabei eine zentrale Rolle zu. „Ohne Recht gibt es keine Freiheit.“ Dass gerade das Rechtsstaatsprinzip in Teilen Europas und der Welt in Gefahr gerate, „muss uns zu denken geben“, so Habarth.“

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Der Karlsruher Vortrag im Jubiläumsjahr - Prof. Dr. Stephan Harbarth spricht zur integrativen Kraft des Grundgesetzes

von Dr. Dr. Hans Ulrich Brauer, M.A.
Prof. Dr. Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, ist der Sprecher des Karlsruher Vortrages 2020 (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Kammertheater statt Kongresszentrum

Der Karlsruher Vortrag „Mund Auf“ konnte ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2020 nicht wie gewohnt vor 1000 Zuhörern im Kongresszentrum stattfinden, sondern fand im Kammertheater Karlsruhe vor leeren Zuschauerrängen statt. Der Vortrag wurde dieses Jahr bei Baden-TV übertragen und zugleich im Internet live gestreamt.

Im Jubiläumsjahr war die Einladung als Sprecher des Karlsruher Vortrages an den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, Prof. Dr. Stephan Harbarth, gegangen. Prof. Harbarth hatte schon früh zugesagt, den Karlsruher Vortrag zu halten. Trotz der Corona-bedingten Verlagerung vom Kongresszentrum ins leere Stadttheater hat der Sprecher Wort gehalten. Sein Vortragsthema lautete: „Drei Jahrzehnte Wiedervereinigung unter dem Grundgesetz - Was hält unser Land zusammen?“.

Dr. Torsten Tomppert berichtet von der diesjährigen Planung des Karlsruher Vortrages. (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Eröffnung durch den Präsidenten der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg

Dr. Torsten Tomppert, Präsident der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, eröffnete im Jubiläumsjahr nach Klavierklängen und einem kurzen Rückblick zur Institutsgeschichte den Karlsruher Vortrag.

In seiner Ansprache erzählte er von den diesjährigen Schwierigkeiten bei der Planung der Veranstaltung. Er bewunderte und bedankte sich gleichzeitig für die Hartnäckigkeit von Prof. Walther auch im Jubiläumsjahr den Karlsruher Vortrag trotz Corona Realität werden zu lassen. Weiter erzählt er von seinem eigenen Vater, der als einer der letzten Dentisten die Ausbildung am Karlsruher Institut abgeschlossen hat. Er betont, dass sich die Akademie stetig und erfolgreich weiterentwickelt habe. Den Erfolg sieht er in der Trias aus Fortbildung, Behandlung und Wissenschaft begründet. Sie würde helfen, dass Zahnärzte ihre Patienten innovativ und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandeln könnten, so Tomppert. Er gratuliert dem Direktor, Prof. Dr. Winfried Walther, und dem Team der Akademie und wünscht dem Nachfolger, PD Dr. Daniel Hellmann, viele erfolgreiche Jahre.

Dr. Frank Mentrup berichtet von der Win-win-Situation für die Stadt Karlsruhe und der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe. (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Eine Win-win-Situation

Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, begrüßte die Zuschauer und gratulierte auch im Namen der Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, des Gemeinderates, der Verwaltung der Stadt zum 100-jährigen Jubiläum. Er dankte für den Mut den Karlsruher Vortrag mit der wunderbaren Mehrdeutigkeit „Mund Auf“ den derzeitigen Rahmenbedingungen anzupassen und somit die Geschichte des Karlsruher Vortrages fortzuschreiben. Den Zuschauern legte er die reich bebilderte digitale Festschrift ans Herz, da sich hierin auch ein Stück Stadtgeschichte widerspiegelt.

Dr. Mentrup stellte fest: „Karlsruhe und Zahnmedizin, das hat von Anfang an gut zusammengepasst. (...) Dentistisches Institut und seit 1960 die Akademie profitiert vom Ambiente einer weltoffenen, studentisch geprägten Großstadt, in der wissenschaftliches Arbeiten schon immer ein herausragendes Charakteristikum waren. Die Stadt Karlsruhe profitiert vom Renommee der Zahnärztlichen Akademie.“

 

Prof. Walther heißt den diesjährigen Sprecher des Karlsruher Vortrags willkommen - den Applaus muss man sich freilich vorstellen. (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Es kommt alles ganz anders

Prof. Dr. Winfried Walther erzählte von den Wendungen und Neuanfängen, die der Karlsruher Vortrag in den vergangenen 37 Jahren erfahren hat. Der Vortrag habe zwei essentielle Dimensionen: Erstens die Begegnung, d.h. Gemeinschaft erleben, und zweitens die Reflexion über Herausforderungen, vor der wir alle stehen.

Prof. Walther konstatierte, dass dieses Jahr die erste Dimension leider nicht möglich ist, aber der zweiten Dimension, dem Zuhören und Nachdenken möchten wir uns alle stellen. Er begrüßte Prof. Harbarth und stellte fest: Den Applaus muss man sich freilich vorstellen.

Der Sprecher des Karlsruher Vortrages 2020, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Prof. Dr. Stephan Harbarth (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Die integrative Kraft des Grundgesetzes

Prof. Dr. Stephan Harbarth stellte die Geschichte des Grundgesetzes äußerst anschaulich vor. Auch die Badischen Neuesten Nachrichten berichten über den diesjährigen Karlsruher Vortrag in seinem ungewohnten Format. Zum Vortrag von Prof. Harbarth heißt es dort:

„Ausführlich beschäftigte sich Harbarth mit den zentralen Stützpfeilern Föderalismus, Rechtsstaatlichkeit und Sozialstaatsprinzip, die unter der „Ewigkeitsklausel“ des Grundgesetzes stehen und niemals außer Kraft gesetzt werden könnten. Dem Recht komme dabei eine zentrale Rolle zu. „Ohne Recht gibt es keine Freiheit.“ Dass gerade das Rechtsstaatsprinzip in Teilen Europas und der Welt in Gefahr gerate, „muss uns zu denken geben“, so Habarth.“
Quelle: BNN

Dr. Hellmann dankt dem Sprecher des Karlsruher Vortrags. Er sichert dem Publikum auch zu, die Karlsruher Vortragsreihe werde weiter gehen. (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Schlusswort

Nach der Überreichung der Skulptur „Im Dialog“ durch Prof. Dr. Winfried Walther an den Sprecher Prof. Dr. Stephan Harbarth, dankte PD Dr. Daniel Hellmann dem diesjährigen Sprecher des Karlsruher Vortrages „Mund Auf“ und allen Beteiligten. Interview mit Joachim Czichon

Der Nachfolger von Prof. Dr. Winfried Walther sicherte dem Publikum zu, dass der Karlsruher Vortrag weitergehen würde. Vielleicht - so seine vorsichtige Hoffnung - nächstes Jahr wieder sorgenfreier und von Angesicht zu Angesicht.

Ein erster Nachhall

Weniger Minuten nach dem Vortrag erreicht die Akademie eine ganz besondere Dankes-E-Mail vom Vorsitzenden des Master-Network „Integrated Dentistry“, Dr. Steffen Müller, M.A., M.Sc.:

Lieber Winfried,
liebes Team der Zahnärztlichen Akademie,

die letzten Töne der ausleitenden Musik sind soeben verklungen. Der Karlsruher Vortrag „Mund Auf“ war auch in diesem Jahr, besonders aber unter den sehr, sehr schwierigen Bedingungen der allgemeinen Umstände gesehen, wie immer ein großartiger Erfolg! „Chapeau“ – das bedeutet zwar wörtlich Hut, wird aber im Besonderen im Sinne von „Hut ab“ oder den „Hut vor Jemanden ziehen“ benutzt. Und genau den möchte, ich mit dem Master-Network Integrated Dentistry vor Dir ziehen. Alle Achtung! Bravo! Auch in diesem Jahr hat der Redner mit seinem Vortrag genau den Geist der Vortragsreihe „Mund Auf“ getroffen. Mehr denn je sehen wir uns Zeiten gegenüber, in denen es sehr wichtig ist, den Mund aufzumachen, sei es in der politischen Diskussion, sei es zur Stärkung unserer Profession oder in allen sonstigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

„Das Grundgesetz ist die beste Verfassung, die wir in Deutschland je hatten, die es insbesondere in Zeiten zu verteidigen gilt, in denen die freiheitliche Demokratie in vielen Ländern der Welt unter Druck gerät!“ so der diesjährige Redner Prof. Dr. Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe. Es gilt die Grundrechte in all seinen Bereichen zu beschützen, das Erreichte zu verteidigen und die Zukunft zu gestalten, ein jeder an seinem Platz, in seinem Verantwortungsbereich. Und darum sagen die Zahnärztinnen und Zahnärzte zu Recht „Mund Auf“ und das nicht nur wörtlich, wie bei der Behandlung gemeint. Machen wir alle den „Mund Auf“ stellen wir uns den Herausforderungen des Lebens!

Lieber Winfried,  

ganz besonders möchten wir Dir, möchte ich Dir, heute danken, danken für 14 Jahre Karlsruher Vortrag „Mund Auf“, danken für die Auswahl der Redner, danken für die immer wieder brandaktuelle Auswahl der Thematiken und für die Organisation dieser, für die Zahnärzteschaft und die Profession so wichtigen Veranstaltung. Die Vortragsreihe ist für mich und wahrscheinlich auch für viele Andere, immer ein besonderer Höhepunkt im Jahr!

Viele liebe Grüße
Dr. Steffen Müller
Vorsitzender Master-Network „Integrated Dentistry“
 

 

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