Briefe und Dokumente aus 100 Jahren

1929

Die Quellen:

Ein Telegramm an den Oberbürgermeister

von Dr. Dr. Hans Ulrich Brauer, M.A.
Das Lehrerinnenseminar Prinzessin-Wilhelm-Stift in der Sophienstraße, um 1900 (Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVd 131)

Die Suche nach geeigneten Räumen für das seit 1920 stetig gewachsene Lehrinstitut gestaltete sich recht schwierig. Ein Telegramm an den Oberbürgermeister belegt die Erleichterung und Freude über den geschlossenen Mietvertrag für die neuen Räumlichkeiten im Prinzessin-Wilhelm-Stift.

Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten

Im Gespräch für die Dentistenfachschule war eine Erweiterung der bestehenden Räume in der Steinstraße 20 durch Hinzunahme weiterer Räume im 1. Obergeschoss. Diese Variante wurde von Direktor Emil Kimmich nicht favorisiert, „weil es dort an größeren Sälen mangelt und infolgedessen mehr Lehrkräfte eingestellt werden müssen“ (Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe Akte H-Reg. A 128,). Eine andere Idee war, die Räumlichkeiten im Prinzessin-Wilhelm-Stift in der Sophienstraße 39/41 zu gewinnen. Kimmich sah dies als beste Lösung für das Institut. Das 1878 gegründete Prinzessin-Wilhelm-Stift war das erste staatliche Lehrerinnenseminar im Großherzogtum Baden. Dieses Lehrerinnenseminar schloss im Jahr 1924.

Lageplan des ehemaligen Prinzessin-Wilhelm-Stifts in der Sophienstraße 39/41 – Der Zugang war auch von der Kriegsstraße 168/178 aus möglich (Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe Akte H-Reg. A 2957)

„Der für die Dentistenschule gewünschte anstoßende Flügel soll, wie aus den Plänen zu ersehen, vollständig abgetrennt werden, so dass die Lehrsäle des Vorderflügels (z.Zt. Fichteschule) für andere Zwecke weiterhin zur Verfügung stehen.“ (Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe Akte H-Reg. A 128).

Die von Direktor Kimmich gewünschten Räume sind blau markiert.

Stadt übernimmt die Miete

Die von Direktor Emil Kimmich favorisierte Variante, im Prinzessin-Wilhelm-Stift Räume für die Nutzung durch die Dentistenfachschule zu gewinnen, konnte schließlich zum 01. April 1929 realisiert werden. Der erste Mietvertrag galt für 5 Jahre. Vermieter war die Landeshauptstadt Karlsruhe, vertreten durch den Oberbürgermeister. Mieter war der Reichsverband Deutscher Dentisten e.V. mit Sitz in Berlin, vertreten durch seinen ersten Vorsitzenden Direktor Emil Kimmich. Die Räumlichkeiten wurden von der Stadt mietzinsfrei überlassen. Die Kosten für die Heizung und für Gas-, Wasser- und Stromverbrauch sind vom Institut zu begleichen. Zugänge zu dem Hintergebäude waren sowohl von der Sophienstraße 41 aus als auch über die Kriegsstraße 168/170 möglich.

Grundriss (Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe Akte H-Reg. A 128)

Der Grundriss der neuen Räumlichkeiten in der Sophienstraße ist im nebenstehenden Foto zu sehen. Die grün markierten Räume des Hintergebäudes der Sophienstraße 41 waren 1929 schlussendlich für das Dentistische Lehrinstitut bestimmt.

Per Fernschreiben übermittelter Dank an den Oberbürgermeister für die Überlassung von Räumen im Prinzessin-Wilhelm-Stift (Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe Akte H-Reg. A 2957)

Von der 49. Hauptversammlung des Reichsverbandes Deutscher Dentisten in Hamburg dankt dessen erster Vorsitzender Direktor Kimmich dem Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Finter. Er verknüpft dies mit dem Versprechen, das Institut ständig weiter zu entwickeln:

„Dem Herrn Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe dankt die 49. Hauptversammlung des Reichsverbandes Deutscher Dentisten herzlich dafür, dass dem Reichsverband Institut die trefflich geeigneten Räume mietsfrei überlassen sind. Der Reichsverband sieht in diesem Entgegenkommen eine Anerkennung seiner ständigen Arbeit im Interesse des Volkswohles und wir stets bestrebt sind sich dieses Entgegenkommens würdig zu erweisen, indem er alles daransetzen wird das Institut ständig weiter zu entwickeln. Reichsverband Deutscher Dentisten Kimmich, erster Vorsitzender.“

 

Weitere Informationen:

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