Fortbildungsprogramme – Dokumentation einer Entwicklung

1960

Die Quellen:

Das erste Kursprogramm vom 25. April 1960

„Die Aufgaben des neuen Instituts bestehen im Wesentlichen darin, den praktizierenden Zahnärzten eine Möglichkeit zur fachlichen Orientierung auf allen Gebieten der Zahnheilkunde zu bieten, sowie überwiesene Patienten zu behandeln, wobei die Überweisungen aus der gesamten Zahnheilkunde vorgenommen werden können.“

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Das erste Kursprogramm

von Dr. Dr. Hans Ulrich Brauer, M.A.
Aus dem ersten Kursprogramm – Wochenendkurse mit praxisbezogenen Inhalten (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Ein wichtiges Zeitdokument zur Aufnahme der neuen Tätigkeit durch das ehemalige Lehrinstitut ist das erste Kursprogramm vom 25. April 1960. Es ist ein 15 Seiten umfassendes Heft im DIN A5-Format. Es enthält das Fortbildungsangebot des neu gegründeten Zahnärztlichen Fortbildungsinstituts Karlsruhe für das erste Sommerhalbjahr 1960.

Geleitwort des Präsidenten

Vorangestellt ist ein Vorwort von Dr. Gaertner aus Freiburg, dem ersten Präsidenten der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg. Dieser führt aus, dass das Lehrinstitut Karlsruhe des Bundesverbandes der deutschen Zahnärzte e.V. am 31. März 1960 seinen Lehrdienst beendete und ab dem 01. April 1960 als Zahnärztliches Fortbildungsinstitut unter dem bisherigen Direktor weitergeführt wird. Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg sei der Träger des neuen Fortbildungsinstituts. Seine Aufgabe beschreibt er wie folgt:

„Die Aufgaben des neuen Instituts bestehen im wesentlichen darin, den praktizierenden Zahnärzten eine Möglichkeit zur fachlichen Orientierung auf allen Gebieten der Zahnheilkunde zu bieten, sowie überwiesene Patienten zu behandeln, wobei die Überweisungen aus der gesamten Zahnheilkunde vorgenommen werden können.“

Weiter führt er bezüglich der geplanten Fortbildungsaktivitäten aus:

„Die Fortbildung soll auf zwei Wegen durchgeführt werden – erstens durch Kurs im Fortbildungsinstitut und zweitens mit Vortragsveranstaltungen bei den Bezirkszahnärztekammern bzw. deren Kreisvereinigungen. Zu den Kursen kann naturgemäß nur jeweils eine beschränkte Teilnehmerzahl zugelassen werden. Die Kurse umfassen Vorträge und praktische Demonstrationen. Für spätere Kurse ist eine praktische Behandlung durch die teilnehmenden Kollegen vorgesehen."

Vielfalt und Praxisbezug

Das erste Kursprogramm weist für den Zeitraum Mai bis September 1960 bereits 12 Fortbildungsveranstaltungen aus. Vier Kurse finden an einem Samstag und 6 Kurse finden zweitägig an einem Freitag und Samstag statt. Die beiden Fortbildungen in Kieferorthopädie und Parodontologie erstrecken sich sogar von Donnerstag bis Samstag. Die insgesamt 10 Referenten kommen aus der Praxis, sind aus dem Kollegium des Karlsruher Fortbildungsinstituts und von der Universität.

Das Karlsruher Programm zeichnet sich durch Vielfalt und Praxisbezug aus. Das Fortbildungsangebot umfasst die Fachgebiete Prothetik, Zahnerhaltung, zahnärztliche Chirurgie, Kieferorthopädie, Röntgen und klinische Medizin. Die Kosten betragen 25,- bis 90,- DM.

Erster Wochenendkurs

Der erste Fortbildungskurs für Zahnärzte findet am 13. und 14. Mai 1960 statt. Dr. Rainer Strack aus Pforzheim referiert zu „Die obere und untere Totalprothese, ihre Problematik in 12 Vorträgen und Demonstrationen“. Inhalt seines Kurses sind auch heute noch erstaunlich aktuelle Themen wie beispielsweise „Die Lehre von der Artikulation, kritisch betrachtet anhand neuerer Untersuchungen“ und auch „Die Psychologie des Prothesenträgers“.

Dieser erste zahnärztliche Fortbildungskurs ist ein sogenannter Wochenendkurs, d.h. er findet an einem Freitag und Samstag statt. Dieses vom Karlsruher Institut damals neu eingeführte Fortbildungsformat Wochenendkurs sollte sich später zu einer selbstverständlichen Routine zahnärztlicher Fortbildungsangebote in Deutschland entwickeln.

 

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