Der Karlsruher Vortrag

2009

Die Quellen:

Der Bericht von Andrea Mader im Zahnärzteblatt Baden-Württemberg Ausgabe 04/2009, S. 23-25

 „Der Feigenbaum ist ein Baum Gottes, wir verwenden ihn nicht, wir fällen ihn nicht, wir verbrennen ihn nicht“, das lehrte ihre Mutter Wangari Maathai, die sie in ihrer Kindheit zum Holzsammeln schickte. Erst viel später verstand sie, wie die kulturellen und spirituellen Traditionen zur Bewahrung der biologischen Vielfalt beitrugen.“

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Prof. Dr. Wangari Maathai - Karlsruher Vorträge zu Umwelt und Nachhaltigkeit

von Dr. Carolin Wissel-Seith, M.A.
Leidenschaftlicher Vortrag von Prof. Wangari Maathai (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Der Umweltschutz im Fokus

Die Erwärmung der Erdatmosphäre, ausgelöst durch den stetigen Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre und damit einhergehenden Klimawandel, gilt als eine der größten globalen Bedrohungen und eines der zentralen Themen des 21. Jahrhunderts. Verschiedene Referenten des Karlsruher Vortrags stellten immer wieder die Verbindungder Ökologie mit der Ökonomie in den gesellschaftlichen Diskurs.

Den Umweltschutz im Fokus hatte auch der 27. Karlsruher Vortrag im Jahr 2009. Die Friedensnobelpreisträgerin Prof. Dr. Wangari Maathai erklärte bildhaft die bedeutenden Zusammenhänge des Vortragstitels „Umwelt, Demokratie und Frieden: Eine entscheidende Verbindung.“ Die Kenianerin ist bekannt für ihren nachhaltigen Einsatz zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, ihre Aktivitäten zur Durchsetzung der Menschen- und Frauenrechte, sowie der demokratischen Staatsform. Sie steht stellvertretend für die leidenschaftlichen „Klimaschützer“ unter den Karlsruher Vortragenden.

Einprägsame Bilder

Die große Bedeutung der Bäume für die Umwelt, erläuterte Maathai dem Karlsruher Publikum durch einprägsame Bilder und lebhafte Erfahrungen aus ihrer eigenen Kindheit in Kenia. Maathai sprach über die von ihr 2008 gegründete Umweltinitiative „Green Belt Movement“, die neben der Wiederaufforstung auch Inspiration für neue Ideen ermöglicht. Sie initiierte unter anderem sieben Milliarden Baumpflanzungen - für jeden Menschen dieser Erde einen Baum zu pflanzen.

Sie appellierte an das aufmerksame Publikum: „Es ist nie zu spät, man kann immer etwas tun, helfen Sie mit, graben Sie ein Loch und pflanzen Sie einen Baum.“

Cutajars Apell an das Auditorium „Klimaschutz als Aufgabe für jeden Einzelnen“ (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Pinoeerarbeit im Klimaschutz

Einen Appell an das Auditorium richtete auch Michael Zammit Cutajar, der Redner des Karlsruher Vortrags im Jahr 2016 mit seinem Titel „Protecting the Global Climate“. Die Aufforderung sich den Klimaschutz mehr und mehr zu Herzen zu nehmen ging an jeden Einzelnen, der über 1000 geladenen Gäste.

Cutajarsprach über seine Pionierarbeit in Sachen Klimaschutz als erster Sekretär der UN-Klimabehörde.Aus seinen Erzählungen wird ersichtlich, wie schwer es bei den UN-Klimakonferenzen ist, verbindliche Klimaverträgeauszuhandeln.Als Ziel der Klimaschutzkonferenz in Paris 2015 sollen nach Möglichkeit alle Länder der Welt die CO2-Emissionen vollkommen herunterfahren, um langfristig die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Vor allem die Entwicklungsländer werden dazu finanzielle und technologischeUnterstützung der Industrienationen benötigen, um erneuerbare Energien zu fördern, auf die man wirtschaftlich aufbauen kann.

Dr. Peter von Siemens referiert über die Zusammenhänge der Ökologie mit der Ökonomie (Quelle: Bildarchiv Akademie Karlsruhe)

Ökologie mit Ökonomie

Bereits der erste Karlsruher Vortrag 1983 erörterte die entscheidenden Zusammenhänge der Ökologie mit der Ökonomie, die bis heute nicht an Bedeutung verloren haben. Dr. Peter von Siemens, der damalige Vorstandsvorsitzende der Siemens AG betonte, dass nur eine intakte saubere Umwelt, die Basis für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglicht.

Die Klimabotschafter der Karlsruher Vorträge sind sich einig, dass es erforderlich ist „Frieden mit der Natur“ zu schließen, um Ökonomie zu ermöglichen. Mit viel Leidenschaft und Herzblut vermittelten sie dem Auditorium die Bedeutung des Klimaschutzes, für die Menschen, die Umwelt und die globale Wirtschaft.

 

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